Die Notation von Gitarrenmusik: 2. Tondauern

Die Position des Notenkopfes innerhalb des Notensystems gibt Aufschluss über die Tonhöhe, die Gestalt einer Note symbolisiert ihre Tondauer. Notengestalt - Formen von Noten Wie lange ein Ton gehalten werden soll, wie lange er also klingen soll, geht aus dem …

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Die Notation von Gitarrenmusik: 1. Tonhöhen

Noten lesen zu können und nach Noten zu spielen bietet einige Vorteile gegenüber dem Musizieren mit Hilfe von Tabulaturen. Das Notieren von Musik mittels Notenlinien, Notenköpfen und Notenhälsen, Pausenzeichen etc. hat sich über Jahrhunderte entwickelt - und vervollkommnet. Es ist …

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Bornhardt, J. H. C (Mendel 1872)

Bornhardt, J. H. C, dessen im Druck erschienene Kompositionen auch oft in ihrer ersten Ausgabe die Buchstaben J. G. H. oder J. F. C., aber wohl nur aus Versehen, tragen, wurde ums Jahr 1776 in Braunschweig geboren. Er war in seiner Blütezeit ein beliebter Klavier- und Guitarrenvirtuose, der als Musiklehrer in Braunschweig lebte und sich im weiteren musikalischen Kreise durch die Herausgabe vieler Werke, besonders melodiereicher Lieder, rühmlichst bekannt machte. Zu den meisten hervorragenden Dichtungen seiner Zeit: Körners "Leier und Schwert", der "Serenade auf den Grafen Benjowsky", der "Ode an die Unschuld", "Der Mensch", dem Gedichte "Amanda, du weinst" usw. schuf er entsprechende, sehr gesuchte Kompositionen. Auch viele Sonaten für Piano und Variationen für Guitarre legen ein gutes Zeugnis für seinen Kunstgeschmack ab. Ferner verdanken ihm zwei sehr geschätzte Guitarren-[1] und eine Pianoforteschule ihr Erscheinen sowie die Opern: "Sultan Wampun" und "Der Eremit auf Formentera".

Fast alle genannten Werke Bornhardts, wie noch viele andere, sind in dem Musikalien-Magazin auf der Höhe zu Braunschweig erschienen. Zu bemerken ist, dass die späteren Ausgaben von Bornhardts Werken, welche in Leipzig bei Kühnel und Peters herauskamen, sich durch eine größere Korrektheit auszeichneten als die älteren in Braunschweig veröffentlichten. Bornhardt selbst starb 1840 in Braunschweig. [Mendel/Reissmann Lexikon 1872, 142f]


1 Johann Heinrich Carl Bornhardt: Anweisung die Guitarre zu spielen und zu stimmen nebst ausgewählten Liedern und Uebungsstücken, neue stark vermehrte Ausgabe, Verlag Holle, Wolfenbüttel [ca. 1830]. Erste Ausgabe von Bornhardts Gitarrenlehre 1802, sie dürfte daher eine der frühesten deutschsprachigen Schulen für (sechssaitige) Gitarre sein.

Rezension von Bornhardts Opernarien mit Gitarrenbegleitung (AMZ 1799)

Arien und Romanzen aus den beliebtesten Opern unserer Zeit, mit Begleitung der Guitarre eingerichtet von F. C. Bornhardt. Erstes Heft. Braunschweig auf der Höhe. (1 Rthlr.)

Für die Guitarre eingerichtet - das ist das Verdienstlichste an dieser Sammlung. Es wird so wenig für dies weiche und anmutige aber freilich nur eingeschränkte Instrument geschrieben, das immer mehr Liebhaber, insonderheit unter dem andern Geschlecht, bekommt, dass man jeden Beitrag dafür mit Dank annehmen muss. Das Arrangement ist übrigens gut und der Guitarre vollkommen angemessen.

Der Gesänge sind zwölfe. Drei aus der Insel der Verführung von Löwe […]. Die übrigen aus dem Spiegel von Arkadien von Süßmayr, dem Doktor und Apotheker, dem kleinen Matrosen von Gaveaux, dem Fest der Winzer von Kunzen und aus dem Alten überall und nirgends, dem Sonnenfest der Braminen, der Zauberzitter, dem Geisterseher und den Schwestern von Prag, sämtliche fünf von dem allgewaltigen Opernschmierer, dem berühmten Wenzl Müller.

Da einmal von diesem Instrument die Rede ist, so nimmt Rec. [Recensent] Gelegenheit, die Guitarren zu empfehlen, die Hr. Carl Bachmann in Berlin zu großer Vollkommenheit verfertigt und die vor den französischen sehr viele Vorzüge haben. Man kann auch welche mit Tasten von ihm haben. [Rubrik "Recensionen" in: Allgemeine Musikalische Zeitung, Nr. 41, Juli 1799]

Doisy (Gathy 1840)

Doisy (Lintant), Professor der Guitarre und Musikhändler zu Paris. Gab seit 1797 Sammlungen von Romanzen und Arien für Guitarre heraus. (Sonaten, Variationen für Guitarre. Principes généraux de la Guitarre, auch deutsch). [Gathy Encyklopädie 1840, 99]

Doisy, Charles (Zuth 1926/28)

Doisy, Charles, Musikalien- und Instrumentenhändler in Paris, gest. 1807, hat sich als Komponist und Lehrer für die Gitarre bekannt gemacht. 1797 erschienen mehrere Liedersammlungen mit Git.-Begltg. und 2 Jahrgänge (je 24 Hefte) "Recreations des Muses …". Lehrwerke zeigt die AmZ 1802 an: "Principes genéraux de la guitarre à cinq et à six cordes et de la Lyre" (Nadermann, Paris 1801) und die deutsche Übertragung, betitelt: "Allgemeine Grundsätze für die Guitarre, dieselbe leicht und vollständig spielen zu lernen …" (Breitkopf & Härtel, Leipzig). Einen Auszug hiervon versprach der Autor unter dem Titel: "Petite méthode de Guitare".

Seine Werke, deren Zahl 200 erreicht, sind für Gitarre allein und in Vereinigung mit Klavier, mit Streich- und Blasinstrumenten verschiedenster Besetzung geschrieben. […] Auf den Titeln späterer Ausgaben ("Les folies d'Espagne avec 50 (!) variations pour la guitare") zeichnet er als "professeur de guitare".

Die Verbindung des Namens Doisy mit dem seines Fach- und Zeitgenossen C. Lintant (1758-1830) haben Eitner und ältere M. L. (Gerber) zur irrtümlichen Schreibung "Doisy-Lintant" veranlasst. [Zuth Handbuch 1926/28, 81]

Sor, Ferd. (Gathy 1840)

Sor (Ferd.), geb. zu Barcelona am 17. Febr. 1780, wurde in der Benedictinerabtei Montserrat zur Musik ausgebildet, trat dann in Militairdienste, ward im spanischen Kriege Hauptmann und wanderte als Afrancesado nach Frankreich. Er besuchte London, Berlin und Petersburg und ließ sich dann in Paris nieder, wo er im Juli 1839 starb.

Als Guitarrevirtuos und Komponist für sein Instrument berühmt. Komponierte eine Messe u. a. Kirchensachen, mehrere Opern, Balletts, Tänze etc. Sor begründete für die Guitarre eine neue Periode - er ist der J. B. Cramer [berühmter Pianist] seines Instruments und als solcher unsterblich, wenn Guitarre unsterblich machen kann. [Gathy Encyklopädie 1840, 432]

Guitarre (Reissmann 1882)

Guitarre (span. guitarra, ital. chitarra, franz. guitare oder guiterne), ein Saiteninstrument, dessen Geschichte hinaufreicht in die Urzeit der Kultur. Das Instrument war bis in unsere Zeit in der Regel mit sechs Darmsaiten bespannt; jetzt ersetzt man diese durch Metallsaiten und vermehrt sie bis auf 13 und mehr. Um das Instrument ferner zum Zusammenspiel verwenden zu können, baut man jetzt Guitarren von verschiedener Größe und dem entsprechend auch verschiedener Stimmung, in C, G, A, c, d und e. [Reissmann Handlexikon 1882, 180]

Giuliani, Mauro (Mendel 1874)

Giuliani, Mauro, berühmter Guitarrenvirtuose und sehr beliebter Komponist für dieses Instrument, geboren 1796 zu Bologna, kam bereits 1807 nach Wien, wo er sehr bald als ausführender Musiker wie als Komponist das größte Aufsehen machte, so dass seine Konzerte stark frequentiert, seine Unterrichtsstunden sehr gesucht und seine Arbeiten begehrte Artikel waren. Mit Ausnahme einiger Besuchsreisen in sein Vaterland, verließ er Wien nicht mehr und starb daselbst schon im Jahr 1820. Seine zahlreichen Kompositionen für Guitarre stehen ihrem Werte nach in der einschlägigen Literatur obenan. Sie bestehen in drei Konzerten, Sonaten, Etüden, Rondos, Variationen, Potpourris für eine Guitarre, Liedern mit Begleitung der Guitarre, zahlreichen Duetten, Divertissements, Fantasien, Tänzen für zwei Guitarren, einer konzertierenden Serenade für Guitarre, Violine und Violoncello, einem Quintett für Guitarre, zwei Violinen, Viola und Violoncello usw. Giuliani ist auch der Verfasser einer guten Guitarrenschule, welche mit italienischem und deutschem Text zu Wien erschienen ist. [Mendel/Reissmann Lexikon 1874, 255]

Aguado, Dionisio (Grove 1879)

AGUADO, DIONISIO, born in Madrid 1784, a remarkable performer on the guitar; received his chief instruction from Garcia the great singer. In 1825 he went to Paris, where he associated with the most eminent artistes of the day, till 1838, when he returned to Madrid, and died there in 1849. His method for the guitar, an excellent work of its kind, passed through three editions in Spain (Madrid, 1825-1843) and one in Paris (1827). He also published 'Colleccion de los Etudios para la guitarra' (Madrid, 1820), 'Colleccion de Andantes,' etc., and other works for his instrument. [Mrs. Walter Carr in: Grove Dictionary 1879, 45]

Carulli, Ferdinando (Grove 1879)

CARULLI, FERDINANDI, an eminent guitarist, born at Naples 1770, died in Paris 1841. Though self-taught he attained a perfection of execution hitherto unknown on the guitar, and on his arrival in Paris created a perfect furore. in the space of twelve years he published 300 compositions, including a 'Method' which passed through four editions. He was also the author of 'L'Harmonie appliquée à la Guitare' (Paris, 1825), a treatise on the art of accompanying, which was the first work of its kind. [Mrs. Walter Carr in: Grove Dictionary 1879, 318]