Die Notation von Gitarrenmusik: 2. Tondauern

Die Position des Notenkopfes innerhalb des Notensystems gibt Aufschluss über die Tonhöhe, die Gestalt einer Note symbolisiert ihre Tondauer. Notengestalt - Formen von Noten Wie lange ein Ton gehalten werden soll, wie lange er also klingen soll, geht aus dem …

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Die Notation von Gitarrenmusik: 1. Tonhöhen

Noten lesen zu können und nach Noten zu spielen bietet einige Vorteile gegenüber dem Musizieren mit Hilfe von Tabulaturen. Das Notieren von Musik mittels Notenlinien, Notenköpfen und Notenhälsen, Pausenzeichen etc. hat sich über Jahrhunderte entwickelt - und vervollkommnet. Es ist …

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Call, Leonhard von (Paul 1873)

Call, Leonhard von, geb. 1779, lebte zu Wien und schrieb eine Menge Kompositionen für Flöte, Piano und Guitarre sowie mehrstimmige Gesänge leichten Genres. Er starb 1815 in Wien. Seine populären Männergesänge waren lange Zeit der einzige Stoff für die damals emporblühenden Männergesangvereine Deutschlands. [Paul Handlexikon 1873, 177]

Corbelin, François Vincent (Paul 1873)

Corbelin, François Vincent, Lehrer der Harfe und Guitarre zu Paris, hat eine Harfen- und Guitarreschule herausgegeben, Paris 1783. [Paul Handlexikon 1873, 218]

Corbelin, François Vincent (Zuth 1926/28)

Corbelin, François Vincent, "Professeur de Piano, Harpe, Guitare et Chant" zu Paris, betrieb einige Jahre einen Musikalienhandel und zog sich 1805 nach Montmorency zurück, wo er starb. Unter anderem gab Corbelin 1779 zu Paris eine "Methode de guitare" in Tabulatur heraus. (Eitner, QL.) Morphy (SpL.) verzeichnet eine verbesserte und vermehrte Ausgabe aus 1783. [Zuth Handbuch 1926/28, 70]

Bornhardt, J. H. C (Mendel 1872)

Bornhardt, J. H. C, dessen im Druck erschienene Kompositionen auch oft in ihrer ersten Ausgabe die Buchstaben J. G. H. oder J. F. C., aber wohl nur aus Versehen, tragen, wurde ums Jahr 1776 in Braunschweig geboren. Er war in seiner Blütezeit ein beliebter Klavier- und Guitarrenvirtuose, der als Musiklehrer in Braunschweig lebte und sich im weiteren musikalischen Kreise durch die Herausgabe vieler Werke, besonders melodiereicher Lieder, rühmlichst bekannt machte. Zu den meisten hervorragenden Dichtungen seiner Zeit: Körners "Leier und Schwert", der "Serenade auf den Grafen Benjowsky", der "Ode an die Unschuld", "Der Mensch", dem Gedichte "Amanda, du weinst" usw. schuf er entsprechende, sehr gesuchte Kompositionen. Auch viele Sonaten für Piano und Variationen für Guitarre legen ein gutes Zeugnis für seinen Kunstgeschmack ab. Ferner verdanken ihm zwei sehr geschätzte Guitarren-[1] und eine Pianoforteschule ihr Erscheinen sowie die Opern: "Sultan Wampun" und "Der Eremit auf Formentera".

Fast alle genannten Werke Bornhardts, wie noch viele andere, sind in dem Musikalien-Magazin auf der Höhe zu Braunschweig erschienen. Zu bemerken ist, dass die späteren Ausgaben von Bornhardts Werken, welche in Leipzig bei Kühnel und Peters herauskamen, sich durch eine größere Korrektheit auszeichneten als die älteren in Braunschweig veröffentlichten. Bornhardt selbst starb 1840 in Braunschweig. [Mendel/Reissmann Lexikon 1872, 142f]


1 Johann Heinrich Carl Bornhardt: Anweisung die Guitarre zu spielen und zu stimmen nebst ausgewählten Liedern und Uebungsstücken, neue stark vermehrte Ausgabe, Verlag Holle, Wolfenbüttel [ca. 1830]. Erste Ausgabe von Bornhardts Gitarrenlehre 1802, sie dürfte daher eine der frühesten deutschsprachigen Schulen für (sechssaitige) Gitarre sein.

Rezension von Bornhardts Opernarien mit Gitarrenbegleitung (AMZ 1799)

Arien und Romanzen aus den beliebtesten Opern unserer Zeit, mit Begleitung der Guitarre eingerichtet von F. C. Bornhardt. Erstes Heft. Braunschweig auf der Höhe. (1 Rthlr.)

Für die Guitarre eingerichtet - das ist das Verdienstlichste an dieser Sammlung. Es wird so wenig für dies weiche und anmutige aber freilich nur eingeschränkte Instrument geschrieben, das immer mehr Liebhaber, insonderheit unter dem andern Geschlecht, bekommt, dass man jeden Beitrag dafür mit Dank annehmen muss. Das Arrangement ist übrigens gut und der Guitarre vollkommen angemessen.

Der Gesänge sind zwölfe. Drei aus der Insel der Verführung von Löwe […]. Die übrigen aus dem Spiegel von Arkadien von Süßmayr, dem Doktor und Apotheker, dem kleinen Matrosen von Gaveaux, dem Fest der Winzer von Kunzen und aus dem Alten überall und nirgends, dem Sonnenfest der Braminen, der Zauberzitter, dem Geisterseher und den Schwestern von Prag, sämtliche fünf von dem allgewaltigen Opernschmierer, dem berühmten Wenzl Müller.

Da einmal von diesem Instrument die Rede ist, so nimmt Rec. [Recensent] Gelegenheit, die Guitarren zu empfehlen, die Hr. Carl Bachmann in Berlin zu großer Vollkommenheit verfertigt und die vor den französischen sehr viele Vorzüge haben. Man kann auch welche mit Tasten von ihm haben. [Rubrik "Recensionen" in: Allgemeine Musikalische Zeitung, Nr. 41, Juli 1799]

Doisy (Gathy 1840)

Doisy (Lintant), Professor der Guitarre und Musikhändler zu Paris. Gab seit 1797 Sammlungen von Romanzen und Arien für Guitarre heraus. (Sonaten, Variationen für Guitarre. Principes généraux de la Guitarre, auch deutsch). [Gathy Encyklopädie 1840, 99]

Doisy, Charles (Zuth 1926/28)

Doisy, Charles, Musikalien- und Instrumentenhändler in Paris, gest. 1807, hat sich als Komponist und Lehrer für die Gitarre bekannt gemacht. 1797 erschienen mehrere Liedersammlungen mit Git.-Begltg. und 2 Jahrgänge (je 24 Hefte) "Recreations des Muses …". Lehrwerke zeigt die AmZ 1802 an: "Principes genéraux de la guitarre à cinq et à six cordes et de la Lyre" (Nadermann, Paris 1801) und die deutsche Übertragung, betitelt: "Allgemeine Grundsätze für die Guitarre, dieselbe leicht und vollständig spielen zu lernen …" (Breitkopf & Härtel, Leipzig). Einen Auszug hiervon versprach der Autor unter dem Titel: "Petite méthode de Guitare".

Seine Werke, deren Zahl 200 erreicht, sind für Gitarre allein und in Vereinigung mit Klavier, mit Streich- und Blasinstrumenten verschiedenster Besetzung geschrieben. […] Auf den Titeln späterer Ausgaben ("Les folies d'Espagne avec 50 (!) variations pour la guitare") zeichnet er als "professeur de guitare".

Die Verbindung des Namens Doisy mit dem seines Fach- und Zeitgenossen C. Lintant (1758-1830) haben Eitner und ältere M. L. (Gerber) zur irrtümlichen Schreibung "Doisy-Lintant" veranlasst. [Zuth Handbuch 1926/28, 81]